Floatings: revolutionäre schwimmende Kraftwerke auf hoher See • Windräder lernen schwimmen

Die neueste Entwicklung im Offshore-Bereich revolutioniert die Energiegewinnung aus Windkraft. „Floatings“ – schwimmende Windenergieanlagen – nutzen die gewaltige

Windkraft auf dem offenen Meer, um umweltfreundlich Strom zu erzeugen. Weltweites Industriekonsortium unter Leitung des DNV GL startet ein neues Projekt, um einheitliche Standards für „Floatings“ zu generieren. Die neue Technik wird so entscheidend vorangebracht.

 

 

 

Hamburg, den 19. Juli 2016. Während im Landesinneren nur ein laues Lüftchen weht, herrscht auf See meistens eine steife Brise. Um diese natürliche Energiequelle

zu nutzen, entstehen an der Küste entlang der Nord- und Ostsee immer mehr Offshore-

Windparks, die auf dem Meer umweltfreundlichen Strom produzieren. „Der

Energieertrag einer Offshore-Anlage ist umso höher, je weiter sie sich auf dem offenen Meer befindet, da hier der Wind noch stärker weht als in Küstennähe“, sagt Jan Rispens, Geschäftsführer des Clusters Erneuerbare Energien Hamburg (EEHH-Cluster). „Aus technischen Gründen können ab einer Wassertiefe von ungefähr 50 Metern aber keine fest im Meeresboden verankerten Fundamente für Offshore-Windenergieanlagen gebaut werden.“ Experten entwickeln deshalb weltweit Techniken für schwimmende Konstruktionen. Derzeit gibt es viele verschiedene technische Ansätze, Windrädern das Schwimmen beizubringen. Erstmals hat sich jetzt ein

Konsortium aus 13 internationalen Unternehmen der Wind, Öl- und Gasindustrie sowie dem maritimen Sektor zu einem „Joint Industry Project“ gebildet, um die Floating-Technik zu vereinheitlichen und gemeinsam voranzubringen. Geleitet wird das Projekt vom DNV GL, dem weltweit größten Beratungs- und Zertifizierungsdienstleister im Energiesektor. Ziel ist es, einen neuen technischen Standard für schwimmende Windkraftwerken zu entwickeln, um so allgemeingültige Vorgaben für die Produktion sowie die technische Überprüfung und Analyse zu generieren.

Floatings: Vorteile, Entwicklungsstatus und Pilotprojekte

Dank dem Wind auf dem Meer haben Floatings einen hohen Energieertrag. Zudem sind für den Bau der Anlagen keine teuren Errichterschiffe mehr nötig. Die Anlagen lassen sich an Land montieren und mit einfachen Schlepperschiffen auf das offene Meer bringen. „Die Entwicklung von schwimmenden Windenergieanlagen befindet sich aktuell noch in der Anfangsphase“, sagt Rispens. „Die meisten bisher gebauten Floating-Anlagen sind Prototypen und werden überwiegend zu Erprobungszwecken genutzt.“ Der Pionier der Branche ist der norwegische Erdölkonzern StatoilHydro. Seit 2009 betreiben die Norweger im Åmøy-Fjord in der Nähe von Stavanger eine

schwimmende Windenergieanlage. Vor Schottland will der Konzern bis 2017 eine 215 Millionen teure schwimmende Windfarm mit sechs Windenergieanlagen bauen. In Portugal errichtet ein Konsortium rund um das Unternehmen EDPR bis 2018 das Floating-Testfeld „WindFloat Atlantic Project“ mit vier Anlagen. Weitere Testanlagen unterschiedlicher Größe werden noch folgen.

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